Position
General Manager Robinson Club Maldives Huvadhu
Sie waren bereits in 16 verschiedenen Robinson Clubs tätig. Wo sehen Sie den entscheidenden Vorteil von Ganzjahresbetrieben?
In einem Ganzjahresbetrieb kann man kontinuierlicher arbeiten, weil wir die Mitarbeiter durchgängig beschäftigen und somit auch binden können. Unseren Gästen bieten wir gleichzeitig eine größere Auswahl an Urlaubsmonaten, die ihnen für ihre Reise zur Verfügung stehen. Durch unsere Lage im asiatischen Raum erzielen wir zudem eine gute Auslastung. Wenn im europäischen Sommer weniger Europäer zu uns reisen, können wir in diesem Zeitraum viele asiatische Gäste mit einem kürzeren Anreiseweg bei uns begrüßen.
Welche Herausforderungen bringt eine Clubanlage auf einer Malediveninsel mit sich?
Der besondere Reiz, einen Club auf den Malediven zu betreiben, liegt für mich in den logistischen Herausforderungen. Technische Wartungen sind auf einer Insel mitten im Indischen Ozean natürlich aufwendiger zu organisieren als andernorts. Ein anderes Beispiel ist die Lebensmittelbeschaffung. Um unser Essensangebot in gewohnt hoher Qualität aufrechterhalten zu können, kommen wir ohne Containerlieferungen aus Übersee nicht aus. Fisch können wir aber beispielsweise fangfrisch von einheimischen Fischern beziehen und einen Teil unseres Obsts und Gemüses wird von der Bevölkerung auf der Nachbarinsel angebaut. Durch diese Kooperation profitiert die lokale Wirtschaft und wir können inzwischen unseren gesamten Bedarf an Wassermelonen oder Auberginen aus der Region beziehen. Wir sprechen daher auch schon über weitere Anbauprojekte.
Der Bedarf sorgt also für Arbeitsplätze bei der lokalen Bevölkerung. Beschäftigen Sie Einheimische auch im Robinson Club selbst?
Natürlich, auch das macht für mich einen großen Reiz an der Arbeit hier aus. Auf unserer Insel beschäftigen wir rund 45 Prozent Malediver und erfüllen damit auch die Vorgaben der maledivischen Regierung. Da es kaum ausgebildetes Hotelpersonal gibt, schulen wir die Kollegen in Sachen Service und Housekeeping. Was wir auf den Malediven jedoch nie trainieren mussten, ist das Verhalten dem Gast gegenüber oder Hilfsbereitschaft. Die Gastfreundschaft haben die Menschen hier einfach im Blut.
Viele Nationen im Team sind sicherlich auch hilfreich bei einem internationalen Gästemix?
Auf jeden Fall. Wir schulen unsere Mitarbeiter darüber hinaus, Verständnis für die unterschiedlichen Kulturen und Verhaltensweisen unserer Gäste zu entwickeln. Das Geheimnis eines gut funktionierenden internationalen Clubs ist aber die sprachliche Abdeckung. Wir beschäftigen zu diesem Zweck Guest-Relations-Mitarbeiter mit besonderen Sprachkenntnissen, um neben dem üblichen Englisch und Deutsch auch auf Japanisch und Chinesisch mit unseren Gästen kommunizieren zu können, was großen Anklang findet.